Informationen zur Verordnung podologischer Leistungen

Maßnahmen der Podologischen Therapie

 

Die folgenden Informationen sind Auszüge aus dem Richtlinientext (2011)

 

Maßnahmen der Podologischen Therapie sind nur dann verordnungsfähige Heilmittel, wenn sie zur Behandlung krankhafter Schädigungen am Fuß infolge Diabetes mellitus (diabetisches Fußsyndrom) dienen.

Hierzu zählen Schädigungen der Haut und der Zehennägel bei nachweisbaren Gefühls- und/oder Durchblutungsstörungen der Füße

(Makro-, Mikroangiopathie, Neuropathie, Angioneuropathie)

Die Podologische Therapie kommt nur in Betracht bei Patientinnen und Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom, die ohne diese Behandlung unumkehrbare Folgeschädigungen der Füße, wie Entzündungen und Wundheilungsstörungen erleiden würden.

 

Die Verordnung der Podologischen Therapie beim diabetischen Fußsyndrom ist nur zulässig bei vorliegender

Neuro- und/oder Angiopathie ohne Hautdefekt (Wagner-Stadium 0,d.h. ohne Hautulkus.

Die Behandlung von Hautdefekten und Entzündungen (Wagner-Stadium 1 bis Wagner-Stadium 5) sowie von eingewachsenen Zehennägeln ist ärztliche Leistung.


Ziel der Podologischen Therapie ist die Wiederherstellung, Verbesserung und Erhaltung der physiologischen Funktion von Haut und Zehennägeln an den Füßen bei diabetischem Fußsyndrom.

Die Podologische Therapie als verordnungsfähiges Heilmittel umfasst folgende Maßnahmen:

 

Hornhautabtragung

Die Abtragung der verdickten Hornhaut dient der Vermeidung von drohenden Hautschädigungen wie Fissuren, Ulzera und Entzündungen durch spezifische Techniken der Schälung und des Schleifens der Haut unter Schonung der Keimschicht.

Nagelbearbeitung
Die Nagelbearbeitung dient der verletzungsfreien Beseitigung abnormer Nagelbildungen zur Vermeidung von drohenden Schäden an Nagelbett und Nagelwall durch spezifische Techniken wie Schneiden, Schleifen und/oder Fräsen.

Podologische Komplexbehandlung (Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung)


Die Podologische Komplexbehandlung dient der gleichzeitigen Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung, sofern diese medizinisch erforderlich sind.

Eine geschlossene Fehlbeschwielung (Wagner-Stadium 0) an einem anderen Ort an einem Fuß mit bereits vorliegenden Hautdefekten und Entzündungen im Bereich Wagner-Stadium 1 bis Wagner-Stadium 5, welche einer Behandlung podologischer Maßnahmen bedarf, darf durch einen Podologen behandelt werden.

Jede Folgeverordnung der Podologischen Therapie setzt die erneute störungsbildabhängige Erhebung des aktuellen Fußbefundes voraus.

Das Befundergebnis ist auf dem Verordnungsvordruck anzugeben.

  

 

Geltungsdauer und Eigenbeteiligung

 

Veränderungen der Heilmittelrichtlinie 2011

 

Neu ist zunächst eine Spezifizierung auf „Kalendertage“. Zudem ist die Frist geändert worden. Hier gilt jetzt, dass die Behandlung innerhalb von 14 Kalendertagen (28 bei podologischer Behandlung) begonnen werden soll (§ 15 Abs. 1).

 

Die sogenannte Praxisgebühr in Höhe von 10 Euro, die Ihr Arzt seit 2004 erheben muss, heißt in der Podologie Verordnungsgebühr und muss pro Heilmittelverordnung einmal bezahlt werden.

Bei Vorlage eines Befreiungsausweises Ihrer Krankenkasse entfällt die Zuzahlung.

Das heißt, wenn Sie auf einer Verordnung 1x podologische Komplextherapie verschrieben bekommen, müssen Sie 10€  Verordnungsgebühr zuzgl. 10% Rezeptgebührenanteil bezahlen.  

 

Wenn Sie auf einer Verordnung jedoch z. B. 3x podologische Komplextherapie verschrieben bekommen, müssen Sie auch hier nur (einmal) 10,-€ Verordnungsgebühr zuzügl. der 10% Rezeptgebührenanteil bezahlen. 

 

 

Muster Heilmittel-Verordnung Nr. 13. So sollte die Verordnung aussehen, die Ihnen Ihr Arzt ausfüllt
Muster Heilmittel-Verordnung Nr. 13. So sollte die Verordnung aussehen, die Ihnen Ihr Arzt ausfüllt